Plausch am Gartenzaun: Boden-Düngung und Mulchen

Einige interessierte Fachwarte kamen am 07.04.2018 im Botanischen Garten zusammen, wo Frau Brigitte Fiebig die Veranstaltungsreihe "Plausch am Gartenzaun" eröffnete.

Nach der Vorstellung von verschiedenen Materialien (Rindenmulch, Pflanzenfaser, sowie selbst gehäckseltes Mulchmaterial) folgte ein fundierter Vortrag zum Thema Boden.
Themen waren die Zusammensetzung des Bodens mit seinen Lebewesen, dessen Gleichgewicht für ein gesundes Pflanzenwachstum grundlegend ist. Probleme entstehen sobald dieses Gleichgewicht gestört wird. Wichtig ist ein guter Humus, der Nährstoffe speichern und abgeben kann. Ein gutes Bodenleben kann man mit Kompost und organischem Material fördern.

Wenn man die Ausgangslage des jeweiligen Bodens berücksichtigt, kann man entsprechend düngen. Hilfreich hierfür ist eine Bodenanalyse, die man von einschlägigen Laboren durchführen lassen kann. Eine Überdüngung kann nämlich wiederum zu Mangelerscheinungen und einer Störung des gesamten Bodengleichgewichts führen. Chemisch hergestellte Dünger (z.B. Blaukorn) stellen den Pflanzen zwar zügig die Nährstoffe zur Verfügung, sind aber hinsichtlich des Bodenlebens und ökologisch kritisch zu betrachten. Organische Dünger wirken langsamer, wirken sich aber positiv auf die Bodenstruktur und die Lebendigkeit des Bodens aus. Die Nährstoffe wirken nachhaltiger, können zwischengespeichert werden und bei Bedarf freigesetzt werden.

Angerissen und diskutiert wurde das Thema terra preta und vital carbon: Forschungen, die Biokohle (aus dem Verbrennen des Schnittguts) als wichtigen Nährstoffspeicher wieder dem Boden zuzufügen.

Mulch (unverrottetes organisches Material) fördert ein gesundes Bodenleben. Mulch um die Pflanzen herum auf den nackten Boden aufgetragen, hilft gegen Austrocknung im Sommer, unterdrückt Unkraut und wirkt wie eine Flächenkompostierung.

Diskutiert wurde inwiefern eine Düngung in Obstbaumwiesen Sinn macht: der Zwiespalt zwischen  Artenreichtum einer Wiese und gleichzeitig gesunden Bäume mit großen schönen Äpfeln, wofür der Boden Nährstoffe benötigt, wurde deutlich gemacht. Frau Fiebig empfiehlt nur die Baumscheiben/bzw. den Trauf zu düngen – am besten mit organischem Material bzw. organischen Düngern.
Fazit: wir sollten nicht die Pflanzen düngen sondern unseren Boden, er gibt dann den Pflanzen was sie zum Leben brauchen.
 

(Text: Christof Lösel, Judith Skell)